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Anne Bäbi im Säli
Ein Stück von Beat Sterchi
Im Säli des „Löwen“ in Münchenbuchsee
wird in bester schweizerischer Volkstheatertradition Jeremias Gotthelfs
„Anne Bäbi Jowäger“ geprobt. Frisch und kreativ
soll die Inszenierung werden, dafür wurde eigens die Profiregisseurin
Hilke, „ä Dütschi“, engagiert. Prompt kommt
es zu Komplikationen: Beziehungskrisen, Besetzungsquerelen, Schauspielermangel,
Zukunftsängste und Sprachschwierigkeiten belasten die Arbeit
der Liebhaberbühne. Natascha, die zukünftige Miss Coop
Mittelland, möchte nicht das ungattlige Mädi, sondern
viel lieber das sittsame schöne Meyeli spielen. Auch wenn sie
sich gerade von ihrem Freund Jack trennt, der als ihr Bühnenbräutigam
Jakobeli schon gesetzt ist. Hans, der erst vor kurzem seinen Hof
aufgeben musste, isst viel lieber Ochsenmaulsalat als Hilkes neumodische
„Affetänz“ zu proben. Die blutjunge Michaela schaut
öfter aufs Handy als ins Rollenbuch und verhandelt auf offener
Bühne ihre Beziehungsprobleme. Dagmar, die Vereinspräsidentin,
hatte das Projekt lanciert und muss nun sehen, wie sie dieses Ensemble
bei der Stange hält. Ohne Marija, die gewitzte russische Bedienung
des „Löwen“, könnten alle einpacken. „Es
ist die Welt, in der auch sonst nichts mehr so ist, wie es bei Gotthelf
nie war“ (Beat Sterchi), das führt zu komischen, heiteren,
seltsamen und absurden Situationen.
„Anne Bäbi im Säli“ war eine Auftragsarbeit
von Beat Sterchi zum Gotthelf-Jahr 2004 für das Theater Biel-Solothurn.
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